In der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt, und mit ihm kann auch die Beschaffenheit von Haut und Haaren variieren. Während sich die eine nun an einem strahlenden Teint und volleren Haare erfreuen kann, entwickelt sich bei der anderen eine Akne. Mitesser und entzündliche Pickel können in dieser Zeit auch bei Frauen auftreten, die vorher damit keine Last hatten. Die gute Nachricht ist: Meist normalisiert sich die Hautbeschaffenheit nach der Schwangerschaft wieder oder dies ist spätestens nach der Stillzeit der Fall. In welchem Abschnitt der Schwangerschaft diese Form der Akne vermehrt auftritt, dazu gibt es unterschiedliche Angaben. Dies kann nicht selten bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel der Fall sein. Eine Studie der National Cheng Kung University in Taiwan, des IZZ in Zürich und der TU München ist jetzt einigen Aspekten und Risikofaktoren der Schwangerschaftsakne nachgegangen.
In einer kleinen Studiengruppe mit 55 schwangeren Frauen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren untersuchten die Forscher um Erstautor C.C. Yang vom Klinikum der National Cheng Kung University die Schwere der Gesichtsakne während und nach der Schwangerschaft. Außerdem schauten die Wissenschaftler nach möglichen Risikofaktoren für eine Akne in dieser Zeit. Die im Durchschnitt größte Schwere der Gesichtsakne fanden Yang und Kollegen hauptsächlich im zweiten Drittel der Schwangerschaft. Frauen, die zum ersten Mal ein Kind erwarteten, waren im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft stärker von Gesichtsakne betroffen.
Auch Frauen, die ein Mädchen bekamen und Mütter, deren Neugeborene mit einem für die betreffende Schwangerschaftswoche verhältnismäßig niedrigen Geburtsgewicht zur Welt kamen, hatten mehr Gesichtsakne. Die Forscher halten nun eine größere Studie für erforderlich, um die Ergebnisse zu überprüfen und deren Hintergründe zu klären. Dabei sollten ihrer Ansicht nach auch die Hormonspiegel genauer unter die Lupe genommen werden. Die Ergebnisse wurden im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology veröffentlicht.
Quelle:
Redaktion hautstadt; “Inflammatory facial acne during uncomplicated pregnancy and post-partum in adult women: a preliminary hospital-based prospective observational study of 35 cases from Taiwan”, Yang, C.-C., Huang, Y.-T., Yu, C.-H., Wu, M.-C., Hsu, C.-C. and Chen, W., Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2016, 30: 1787–1789, doi: 10.1111/jdv.1366713667