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Weltweite Bevölkerungs-Umfrage zur Prävention von Hautkrebs – Unterschiede im Sonnenschutzverhalten und Wissen über Risikofaktoren

Das weltweite Wissen in der Bevölkerung über die Vorbeugung von Hautkrebs durch UV-Schutz sowie über mögliche Vorsorgemaßnahmen wie die Selbstuntersuchung oder Screenings beim Hautarzt ist unvollkommen bis mangelhaft und weist zum Teil erhebliche geographische Unterschiede auf
28. März 2019

Das weltweite Wissen in der Bevölkerung über die Vorbeugung von Hautkrebs durch UV-Schutz sowie über mögliche Vorsorgemaßnahmen wie die Selbstuntersuchung oder Screenings beim Hautarzt ist unvollkommen bis mangelhaft und weist zum Teil erhebliche geographische Unterschiede auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie aus Frankreich, Belgien und den USA. Die Forscher um Erstautorin Sophie Seité von den Dermatologischen Laboratorien von La Roche-Posay in Asnières (Frankreich), hatten fast 20.000 Personen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren in 23 Ländern der Welt online und per Telefon befragt. Gefragt wurde nach dem Aufenthalt in der Sonne, Sonnenschutz, Wissen über Risikofaktoren, Selbstuntersuchung und der Inanspruchnahme von ärztlichem Rat. Darüber hinaus wurden auch demographische Daten erhoben, um mögliche Unterschiede zwischen Altersstufen oder sozioökonomischen Gruppen erkennen zu können. Die Erhebung fand in Kooperation mit der Universität Brüssel und der George Washington School of Medicine and Health Sciences (Washington DC, USA) statt. Die Ergebnisse wurden im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology veröffentlicht. Sonnenschutzmittel (59 Prozent) und Sonnenbrillen waren die verbreitetsten Vorbeugemaßnahmen weltweit. Schützende Kleidung (19 Prozent) und Hüte oder Kappen (38 Prozent) kamen deutlich seltener zum Einsatz. Immerhin gab die überwiegende Mehrheit (87 Prozent) an, Kinder unter 12 Jahren regelmäßig mit Sonnencreme zu schützen. In Ländern Süd- und Westeuropas lag die Nutzung von Sonnencreme über dem Durchschnitt (66/63 vs. 57 Prozent). In Lateinamerika war dagegen das Meiden der Sonne überdurchschnittlich verbreitet (73 vs. 52 Prozent). In Australien kommt verbreitet eine größere Vielfalt von Schutzmaßnahmen zur Anwendung: Im Schatten bleiben, Hüte/Kappen oder schützende Kleidung tragen. Länder mit viel UV-Strahlung wie die in Südeuropa oder Australien waren insgesamt besser mit Sonnenschutz vertraut als andere. Weitere Faktoren für ein besseres Schutzverhalten waren sehr heller Hauttyp und höherer Bildungsstatus. Frauen schützen sich besser als Männer. Unterschiede zeigten sich im Ländervergleich auch beim Wissen über Risikofaktoren für Hautkrebs und bei der sogenannten sekundären Vorsorge, also regelmäßigen Selbstuntersuchungen oder dem Einholen von medizinischen Ratschlägen. Ihre Daten, so die Autoren, könnten für gezielte populationsbezogene Informations-Kampagnen zur Verminderungen von Hautkrebs hilfreich sein. Quelle: Redaktion hautstadt; “Public primary and secondary skin cancer prevention, perceptions and knowledge: an international cross-sectional survey”, Seité, S., del Marmol, V., Moyal, D. and Friedman, A.J., Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2017, 31: 815–820. doi: 10.1111/jdv.14104