Im täglichen Leben von Menschen mit der Hauterkrankung Rosazea ist Stigmatisierung ein bedeutender Bestandteil des Alltags, sagen Forscher aus Frankreich und Kanada im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. Und dies sollte in die Überlegungen zum Management der Erkrankung mit einbezogen werden. Forscher des Alfred Fournier-Instituts in Paris, Dermatologen der Universität Straßburg und Psychologen der Universität Windsor (Kanada) wandten sich in einer Online-Umfrage an Patienten mit Rosazea. Gefragt wurde dabei nach verschiedenen Aspekten im Zusammenhang mit der Hauterkrankung, die zu Gefühlen einer Stigmatisierung führen können.
An der Umfrage nahmen 807 Patienten mit Rosazea teil. Ein Drittel von ihnen gab an, Stigmatisierung zu empfinden. Dabei waren Männer mit Rosazea häufiger von Gefühlen der Stigmatisierung betroffen als Frauen (49 vs. 37 Prozent). Und die Empfindungen bleiben nicht ohne Folgen für das Sozialleben und die psychische Gesundheit der Patienten. Mehr als die Hälfte der von Stigmatisierung betroffenen gab an, soziale Begebenheiten zu meiden. Und auch Depressionen waren unter denen, die Stigmatisierung empfanden, häufiger.
Stigmatisierung entsteht, wenn in gesellschaftlichen Gruppen bestimmte äußere Merkmale von Personen ohne sachlichen Grund negativ bewertet werden. Den Betroffenen wird das Gefühl vermittelt, in erster Linie über dieses als negativ eingestufte Merkmal wahrgenommen und bewertet zu werden. Andere positive Eigenschaften wie Charakter oder Bildung treten dabei in den Hintergrund. Betroffene sind diesem Prozess meist hilflos ausgeliefert. Diese Alltagserfahrungen belasten, schlagen sich schließlich auch in der Selbstbewertung der eigenen Person nieder und haben häufig auch Auswirkungen auf das soziale Leben und die Psyche.
Quelle:
Redaktion hautstadt; “Feelings of stigmatization in patients with rosacea”, Halioua, B., Cribier, B., Frey, M. and Tan, J., Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2016, doi: 10.1111/jdv.13748